Blue Flower

 Südkurier vom 27.08.2004

 

Schwäbische Zeitung vom 27.08.2004

 

Schwäbische Zeitung vom 21.02.2004

"s'isch so richtig luschtig" 
Wenn die "Musi" spielt, geht's Felix Amann am besten. Der 18-jährige Schüler aus Bitzenhofen spielt seit vergangenem Jahr in der Lumpenkapelle "Froschties" und hat in Sachen Party momentan Hochkonjunktur. 
Das letzte Wochenende war hart - aber höchstwahrscheinlich nichts im Vergleich zur noch ausstehenden Hauptfasnet. Am Freitag ging's zu einem Auftritt in die Diskothek Zirkuss, am Samstag stand der Umzug in Fischbach auf dem Plan. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben eines "Fasnetsmusikers":
In voller Verkleidung sitzt Felix bei seinem Bruder im Auto. Beide sind auf dem Weg nach Schnetzenhausen, bevor es weitergehen soll ins Zirkuss. Felix hat seine Kappe mit dem kleinen grünen Frosch auf dem Kopf und seine Fasnetstrompete in der Hand. Sie hat schon etwas gelitten, hat einige Dellen und riecht ein bisschen nach angetrocknetem Bier. Eine Halbzeitbesprechung gibt's vor dem großen Auftritt am Freitagabend. Was ist bisher gelaufen, was kommt noch und wie ist allgemein die Stimmung in der Kapelle? Ein bisschen Organisation muss schließlich sein. Dann weiter - endlich Richtung Disco. Inzwischen sitzen schon vier Musiker im kleinen grünen Auto. Die Stimmung ist schon ganz ausgelassen, schließlich steht ein erlebnisreicher Abend bevor. Doch auch im Auto gibt's noch was zu organisieren: Eine der Mitfahrerinnen ist erst seit diesem Jahr dabei und ist den anderen ihren Einstand noch schuldig geblieben. Zwei Kisten Bier sollen's sein. 
Dann vor'm ZK. Kurzes Warten vor der Tür, bis sie reingelassen werden. Einmarsch. Im Gegensatz zur Dancemusik, die hier sonst aus den Boxen trällert, wirken die Froschties als krasser Gegensatz. Doch sie kommen an. "Wir spielen heut' unser ganzes Programm", erzählt Felix noch vor dem Auftritt. 
Bald drängen sich die Partygäste vor der Bühne, tanzen, grölen, feiern. Die Stimmung heizt sich immer weiter auf, bis die Musiker nach einer halben Stunde durch sind mit ihrem Programm. "Der Auftritt hat gut geklappt", freut sich Felix. Danach gibt's für jeden ein Getränk frei, der Alkohol fängt langsam an zu fließen. Und die Froschties genießen. Gegen halb drei erst löst sich der feste Kern auf und es geht heimwärts. Felix wieder im kleinen grünen Auto, wieder mit seinem Bruder. 
Der nächste Tag an diesem verrückten Fasnetswochenende: Umzug in Fischbach. Treffen um halb zwei nachmittags, schon umgezogen, ausgeschlafen (?) und in bester Laune. Wirklich bester Laune. Eine halbe Stunde warten die Froschties auf dem Aufstellungsplatz, bis es los geht. Derweil singen sie schon irgendwelche improvisierten Lieder und machen Stimmung. "'s isch so richtig luschtig", freut sich Felix. Dann der Umzug. 20 Minuten, in denen sich die Musiker voll aufs Spielen konzentrieren. Nur hin und wieder kommt der Marsch mal ins stocken und die Froschties haben Gelegenheit, selbst mit den Zuschauern rumzualbern. Schließlich Narrenbaumsetzen. Das Setzen selbst klappt nicht so toll, dafür aber die drei Lieder, die die Froschties hier noch spielen. Ihre Fans können mal wieder auf sie zählen - und sie auf ihre Fans. Doch dann löst sich der Verein recht zügig auf: Denn am Abend geht's weiter mit dem Zunftball Jettenhausen. 
Nach dem Umzug hat Felix endlich kurz Zeit, sich ein wenig Gedanken über seine Begeisterung für die Fasnet zu machen: "Eigentlich geht's mit gar nicht um die Fasnet an sich, es geht mir nur um meine Froschties", erklärt er. "Das ist einfach eine besondere Art von Musik, das gibt's unter'm Jahr nicht. Und außerdem kommt man kostenlos auf alle Bälle. Das hat doch was." Übrigens: Die Froschties suchen dieses Jahr einen Superpraktikanten. Aufgabenfelder: Getränkeversorgung bei Auftritten und Heimfahrservice nach Partys. Vorteile: Die Froschties entwerfen ein spezielles Praktikantenkostüm, das bei allen Auftritten zu tragen ist. Na wenn das nix ist?!
Ralf Liptau 

 

Südkurier vom 19.02.2004

Eigentlich sehen sie wild aus. Ziemlich wild sogar: Dunkle Ledermäntel, Sonnenbrillen, farbige Streifen im Gesicht und seltsame Hüte auf dem Kopf. Nicht sehr Vertrauen erweckend - und trotzdem kommt keine Fasnetsveranstaltung mehr ohne sie aus: Lumpenkapellen sind in der Fasnet schwer angesagt. "Wir machen eben einfach Stimmung", erklärt Stefan Schädle von den Froschties mit Stolz in der Stimme. Inzwischen gibt es eine beachtliche Anzahl von Lumpenkapellen in und um Friedrichshafen. Die Ältesten: Die Brickles Bräss-Bänd aus Ailingen, die Lumpenkapellen aus Taldorf und Meckenbeuren. Mindestens aber genauso gut: Die Schnetzenhausener Froschties und die Lumpenkapelle aus Kluftern. 

Entstanden sind die meisten auf die selbe Weise: "Wir haben einfach mal ein paar Freunde zusammengetrommelt, um gemeinsam eine Lumpenkapelle zu gründen," erzählt Stefan Schädle von den Froschties. "Dass aber schon beim ersten Treffen so viele gekommen sind, hätten wir auch nicht gedacht. Wir waren über fünfzig Leute." Die Kluftener Lumpenkapelle ging direkt aus dem Musikverein hervor: "Wir wollten einfach öfter in der Fasnet spielen und haben uns deshalb als Lumpenkapelle zusammengetan," erklärt Berthold Wurst. Die große Ausnahme unter den Lumpenkapellen: Die Taldorfer. Holger Genschow: "Gegründet wurden wir laut Überlieferung schon 1903, die ersten Bilder gibt es aus dem Jahr 1934." Bei so viel Tradition ist es kein Wunder, dass die Taldorfer als Lumpenkapelle gleich zum Vorbild wurden: "Wir wollten am Anfang immer so gut sein wie die Taldorfer," grinst Uli Meschenmoser von der Brickles Bräss-Bänd. 

Bei den Froschties kam vor dem Vorbild erst mal die fieberhafte Suche nach einem passenden Namen: "Wir haben uns überlegt, was wir gemeinsam haben." Stefan Schädle von den Froschties grinst. "Und damals haben wir eben alle gern Kelloggs Frühstücksflocken gegessen." Sein Grinsen wird noch breiter. "Seither ist uns der Name Froschties geblieben." 

Die Lumpenkapellen aus Kluftern und Meckenbeuren blieben von Anfang an bei ihrem eher praktischen Namen. "Dann weiß wenigstens jeder, woher wir kommen", meint Johannes Hotz sehr pragmatisch. Angefangen haben sie vor 15 Jahren mit genau zehn Leuten. "Und dann sind wir jedes Jahr ein paar mehr geworden. Inzwischen haben wir rund 40 Mitglieder. Am Anfang haben wir nur in Meckenbeuren gespielt, vor allem im Feuerwehrhaus." Später kamen dann größere Auftritte dazu. "Vor allem der Umzug in Feldkirch ist eine klasse Sache: Wir haben letztes Jahr zum ersten Mal dort mitgespielt und sind von der Jury gleich zur besten Lumpenkapelle gekürt worden." Er grinst und man kann man seine Zufriedenheit deutlich hören. Aber wie finanzieren sich die Lumpenkapellen eigentlich? "Wir organisieren jedes Jahr im August unser Krötenfest", so Stefan Schädle, "und mit dem Erlös zahlen wir Bus- oder Autofahrten in der Fasnet." Die Meckenbeurer machen es genauso: "Wir nehmen das Geld hauptsächlich beim "Luaderfest" im September ein. Für Auftritte in der Fasnet würden wir kein Geld nehmen." Da sind sich alle Lumpenkapellen einig: "Hauptsache wir haben unseren Spaß beim Spielen, Geld wollen wir dafür nicht."

Damit der Spaß bei fast 30 Auftritten in der Fasnet nicht auf der Strecke bleibt, müssen in der Band die Aufgaben gut verteilt werden: "Die Arbeit beginnt ja nicht erst zum Fasnetsbeginn. Wir fangen im November mit den Proben an, müssen Stücke umschreiben und Termine ausmachen," erklärt Stefan Schädle. "Aber gemeinsam klappt das richtig gut."

Das einzige, was bei jeder Lumpenkapelle im Kreis gleich ist: Die Aufnahme. Wer als neues Mitglied aufgenommen wird, muss erst mal beweisen, dass er es wert ist: "Wir haben da ganz verschiedene Taufen auf Lager", gibt auch Brickles-Chef Uli Meschenmoser zu. Mal muss man seine Trinkfestigkeit unter Beweis stellen, mal ganz alleine vorspielen. Was genau man bei der Taufe allerdings machen musss, will keiner verraten. Sicher ist: Bei den Meckenbeurern und Taldorfern wird es wohl ein bisschen härter zugehen - da sind die Männer nämlich unter sich. "Wir nehmen traditionell keine Frauen auf", sagt Berthold Wurst.

Die Froschties dagegen haben damit kein Problem: In ihren Ledermänteln stecken sowohl Männer als auch Frauen. Den plattgefahrenen Frosch auf dem Rücken ziehen sie beim Umzug durch die Straßen. Und wenn man sie so sieht, kann man es sich nicht verkneifen: Gut, dass sie damals nicht lieber Marmeladebrötchen zum Frühstück gegessen haben. 

Kathrin Streckenbach

 

 

 

Südkurier vom 28.02.2003

 Friedrichshafen - Die Elferräte der Narrenvereins Seegockel besuchten gestern in geballter Macht die Redaktion des SÜDKURIER. Traditionell wurde die Freundschaft mit einem Glas Sekt besiegelt. Auch die Lumpenkapelle Froschties aus Ailingen war gestern zu Besuch. (Bilder: Lancé/Grupp)

Schwäbische Zeitung vom 28.01.2004

 

Südkurier vom 18.02.2003

Kluftern - Trommlerball in Kluftern - Lumpenkapellen und Männerballett heizen den Narren ein
[..] Nach Tagen der Vorbereitung in der Brunnisachhalle zogen sie pünktlich ein: die Trommler und Bläser aus Markdorf und Wilhelmsdorf, die den Reigen der Vorstellungen eröffneten. Im Anschluß brachten die Lumpenkapelle der Froschties, die Guggenbichler aus Ittendorf und die Henneschlitter aus Immenstaad den Saal zum Kochen. Mit ohrenbetäubendem Lärm trommelten sich die Spieler in Ekstase. Dabei feuerten sie sich gegenseitig an und das Publikum tanzte mittendrin und sprudelte voller Begeisterung. Der Auftakt des Balls war gelungen - aufatmen bei den Veranstaltern - der Sall füllte sich minütlich und war bald schon brechendvoll.  [..]

Schwäbische Zeitung vom 13.01.2004

Oberteuringen - Eisig kalt war es zur Johleerweckung. Deshalb waren auch wenig Gäste zu dem imposanten Spektakel gekommen. Wer kalte Füße nicht scheute, wurde mit einer gelungenen Darbietung belohnt. [..]

Draußen wurde es den Narren bei vielen musikalischen Einlagen der gemeinsamen Schalmeiengruppe aus Raderach und Hefigkofen, dem Fanfarenzug Kluftern und den Froschties so richtig warm ums Herz. Bei diesen heißen Rythmen musste einfach jeder mittanzen. [..]

Groß und klein gesellten sich abschließend in die Mitte und tanzten um die Froschties herum und zwischen ihnen hindurch. [..]

Südkurier vom 15.01.2004

Oberteuringen - [..] Die fast historische Legende der "Enterbten-Rächer aus dem Rotachtal" zeigte auch in ihrer neunten Auflage ihre gruselige Wirkung - besonders für die Erstbesucher der Veranstaltung. Dem eisigen Wetter entgegen wirkten erst einheizend die "Schalmeien Spielgemeinschaft Hefigkofen-Raderach", bevor das "Fanfaren-Zügle" aus Kluftern seine Scheite nachlegte und die "LK Froschties" das musikalische Feuer zum Lodern und besonders die Youngster zum Mittanzen brachten. Wem das noch nicht genug war, der konnte sich im gut-temperierten und in diesem Jahr extra größer gewählten Zelt bei einem heißen Punsch und guter Stimmung die Kälte aus dem Körper treiben. [..] (bor)

Schwäbische Zeitung vom 12.01.2004

Oberteuringen - [..] Viele Zuschauer ließen sich aber in diesem Jahr von den frostigen Temperaturen abschrecken. Dabei hatten die Johle eigens ein beheiztes Zelt aufgestellt, wo noch bis 23 Uhr gefeiert werden konnte. Reichlich musikalische Unterstützung hatte die Zunft bei ihrer Vorführung von der Gruppe der Raderacher und Hefigkofener Schalmeien, dem Fanfarenzug Kluftern und den Froschties. Erstmals gab es eine Zugabe der besonderen Art. Die Kindergruppe überraschte die Gäste mit dem Tanz der Johleerweckung. 

Südkurier vom 08.01.2003

Oberteuringen - [..] Statt findet die Johleerweckung wie in den Vorjahren auf dem Teuringer Franz-Roth-Platz. Bei dieser Fasnetseröffnung durch die Teuringer Johle werden die Schalmeien Hefigkofen und Raderach für die richtige Stimmung sorgen. Wenn die schaurig-schönen Johle-Gestalten bei mystischer Musik den kleinen und großen Zuschauern ihre Geschichte vorspielen und damit aus ihrem langen Winterschlaf erwachen, beginnt in Oberteuringen die närrische Jahreszeit. Johle-Zunftmeister Holger Höft kann dann für 122 Mitglieder, darunter 60 Maskenträger, die "Fasnet freigeben". Nach dem erfolgreichen Wecken können alle Kinder und auch die Erwachsenen gemeinsam mit den Teuringer Johle zur Musik der Lumpenkapelle "Froschties" in die fünfte Jahreszeit hinein tanzen. Die "Froschties" begleiten die Teuringer Johle auch auf diversen Einsprüngen und Umzügen. [..] (bab)

Südkurier vom 02.02.2002

Und da soll einer noch schaffen können:

Die ganze Stadt stand gestern Kopf, und in der Südkurier-Redaktion sah's nicht anders aus. Quasi im Viertelstundentakt platzten die Narren in unsere gute Stube - der Adenauerplatz liegt halt auch zu günstig... Nix für ungut, Arbeiten bei ohrenbetäubender Fasnetsmusik ist zwar mal eine etwas andere Erfahrung, eine willkommene Abwechslung war's aber trotzdem! So bewies die Lumpenkapelle Froschties, dass tatsächlich 24 Mann auf 2,4 Quadratmetern ohne größere Verletzungen gekonnte Bläsersätze hinlegen können. [..]
LK Froschties – 2014