Blue Flower

 

Die meisten Lumpenkapellen sind durch private Initiativen entstanden. Man tat sich einfach zusammen um während der fünften Jahreszeit aktiv dabei zu sein. Auch wenn die Musiker damals andere Motive hatten; nämlich Bekannten und Freunden einen Besuch abzustatten und "traditionelle" Fasnetslieder zu spielen. Als Gegenleistung gab es dafür eine Gage in (meistens) hochprozentiger Form. Schnell wurde aus kleineren Gruppen relativ große Kapellen.

Für die Lumpenmusiker hatte dies durchaus Vorteile, denn man musste nicht den hiesigen Narrenvereinen beitreten und war so relativ ungebunden und trotzdem voll bei der Fasnet. Im Unterschied zu den Guggenmusiken, die in der Schweiz zuhause sind, sind Lumpenkapellen viel schlichter "verkleidet". Meistens sehen sie etwas "rustikal" aus mit ihren alten Fellen, zerrissenen Mänteln, kragenlosen Hemden und zerbeulten Instrumenten. Die Lumpenbrust ist dabei mit zahlreichen Buttons, Pins, Puppen, Fetzen und Orden dekoriert, die man im Laufe der Jahre zusammengesammelt hat, und die einen an legendäre Fasnetsauftritte erinnern.

Kurzgesagt: es gibt eigentlich keine Regeln wie ein Lumpenmusiker auszusehen hat.

LK Froschties – 2014